Nun steigt der Dampf auf

Im April ist einiges los

»Wenn es brodelt «, hieß es im März. Der April antwortet: »Im Schnellkochtopf ist einiges los«.

Kennst du dieses Gefühl, wenn du spürst, dass sich gerade etwas verändert — und du noch nicht genau weißt, wohin die Reise geht?

Ich beobachte es gerade – in mir, in Gesprächen und in der Welt da draußen. Diese enorme Bewegung. Etwas sehr Altes löst sich. Etwas Neues sucht seinen Weg.

Der April hat diesen Charakter. Spürbar. Lebendig. (Druck-)voll.

Was steckt dahinter?

In der chinesischen Astrologie, einem alten Beobachtungssystem, das Naturzyklen und menschliches Erleben miteinander verbindet, bringt jeder Monat seine eigene Energie mit. Heute schauen wir, wie Monats- und Jahresenergie zusammenspielen und was das für uns alle bedeutet. Kollektiv wie persönlich.

Die Sonne durchlichtet das Meer

Stell dir vor: Die Sonne scheint auf ein riesiges Meer. Ein Meer so weit, dass kein Ufer in Sicht ist. Es ist so tief, dass vieles darin lange im Verborgenen lag – ruhig wartend, geduldig, unsichtbar.

Das Jahresfeuer – kraftvoll, leidenschaftlich und so sichtbar wie die Sonne am Mittag – strahlt bis in die Tiefe dieses Meeres und erwärmt es.

Und der Drache dieses Monats? Er ist ein Vermittler zwischen den Welten: fest, strukturiert und haltgebend in der materiellen Welt sowie auflösend in der feinstofflichen Welt.

Sonne. Meer. Drache.

Was lange in der Tiefe gebrodelt hat – leise, verborgen und geduldig wartend – steigt jetzt auf. Der Druck baut sich auf. Es fühlt sich an wie im Schnellkochtopf. Das Ventil ist bereit, sich zu öffnen. Ob es mit einem Knall passiert oder bewusst gesteuert wird, liegt bei uns selbst.

Der Drache als Brückenbauer

Dieser Monat steht ganz im Zeichen des Drachen.

Er ist ein besonderes Wesen. In kaum einer Kultur der Welt taucht er als gewöhnliches Tier auf – er lebt an Schwellen. Zwischen Welten. Zwischen dem, was war, und dem, was entsteht.

In der chinesischen Astrologie trägt der Drache etwas Faszinierendes in sich: Er ist wie ein Fels in der Brandung und in seinem Inneren trägt er eine verborgene Quelle – organisches Wachstum und nährende Stille.

Dank seiner inneren Weisheit ist er in der Lage, auch hohe Wellen zu reiten, die ihn an unbekannte Ufer tragen.

Das Pferd trifft den Drachen

2026 ist das Jahr des Feuerpferdes. Das Pferd galoppiert – es bringt Tempo, Sichtbarkeit, Aufbruch und Begeisterung. Die Energie des Jahres will wachsen, expandieren und gesehen werden.

Und dann kommt der April mit dem Wasserdrachen.
Mit seinem Wasser und seiner stillen, unergründlichen Tiefe.

Pferd und Drache. Feuer und Wasser. Tempo und Tiefe.

Aus dieser Begegnung entsteht Dampf. Er ist unsichtbar, durchdringend und unaufhaltsam. Der Dampf findet jeden Spalt. Er verwandelt alles, was er berührt.

Was das für uns alle bedeutet

Was lange unter der Oberfläche lag – in Gesellschaften, in Institutionen und in uns selbst – drängt weiter ans Licht.

Informationen fließen schnell. Verborgenes wird sichtbar. Es entstehen finanzielle Bewegungen, die gestern noch undenkbar schienen. Ordnende Kräfte sind am Werk – manchmal sichtbar, manchmal agieren sie still im Hintergrund.

Das äußere Getöse ist laut. Doch darunter bewegt sich etwas Tiefes, Echtes und Wertvolles.
Die Menschheit steht schon länger an einer Schwelle. Das spüren viele. Einige sind ängstlich. Andere sind zuversichtlich.

Ja, Altes löst sich auf. Wie Wasser, das zu Dampf wird.
Und Dampf verschwindet nicht. Er steigt auf, nährt und wird zu etwas Neuem.

Was sich gerade auflöst, trägt den Rohstoff für das in sich, was entstehen will: etwas Menschlicheres, etwas Tieferes, etwas Echteres. Einige spüren das bereits. Dieses leise, aber deutliche Gefühl, dass unter allem Lärm etwas Wohlwollendes wächst.

Das Ventil öffnen — in deinem Tempo

Das Schöne am Schnellkochtopf ist, dass du das Ventil rechtzeitig öffnen kannst, bevor es sich von selbst öffnet. Ein kleines Stück reicht. Ein Gespräch. Eine Entscheidung. Ein ehrlicher Blick auf das, was du schon lange verändern willst. Das Alte darf als Dampf entweichen – leicht, feinstofflich, verwandelt.

Drei Impulse für den April:

1. Höre auf das Leise unter dem Lauten. Darunter, in der stillen Mitte, liegt die eigentliche Information. Dein Körper, deine Intuition und deine innere Führung wissen es.

2. Öffne das Ventil – in deinem Tempo. Ein kleines Stück Öffnung reicht. Bewusste kleine Schritte tragen oft weiter als abrupte große. Auch das Alte kann sanft gehen. Wie leichter Dampf.

3. Freue dich auf das, was aufsteigt. Was lange in der Tiefe wartete, zeigt sich immer mehr. Es hat Geduld bewiesen und ist bereit. Genau wie du.

Was steigt gerade in dir auf? Ich freue mich, von dir zu hören.

Von Herzen,
Nadja

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